An der Londoner Börse fielen die Robusta-Kaffee-Futures mit Liefertermin Juli 2026 um 9 US-Dollar (-0,25 %) auf 3.580 US-Dollar pro Tonne. Der September-2026-Kontrakt stieg hingegen um 14 US-Dollar pro Tonne (+0,4 %) auf 3.556 US-Dollar pro Tonne; der November-2026-Kontrakt legte um 19 US-Dollar pro Tonne (+0,54 %) auf 3.510 US-Dollar pro Tonne zu. Auch die Preise anderer Kontrakte stiegen um 20 US-Dollar pro Tonne.

An der New Yorker Börse stieg der Preis für Arabica-Kaffee mit Liefertermin Juli 2026 deutlich um 10,95 US-Cent pro Pfund (+3,95 %) auf 287,95 US-Cent pro Pfund. Der Preis für September 2026 erhöhte sich um 8,95 US-Cent pro Pfund (+3,35 %) auf 275,95 US-Cent pro Pfund, und der Dezember-Kontrakt verteuerte sich um 5,95 US-Cent pro Pfund (+2,32 %) auf 261,95 US-Cent pro Pfund. Die Preise für andere Kontrakte stiegen um 4,55 bis 4,8 US-Cent pro Pfund.

Laut Barchart schwankten die Weltkaffeepreise am Dienstag im Handel stark, da Arabica aufgrund ungünstiger Wetterbedingungen in Brasilien stark im Preis stieg, während Robusta nach einer Entspannung der Schifffahrtsspannungen in der Straße von Hormuz leicht unter Druck geriet.

Nach Angaben der brasilianischen Wetterbehörde Climatempo bringt eine neue Kaltfront Regen in den Süden des Landes, was die Kaffeeernte beeinträchtigt und möglicherweise die Qualität der Bohnen mindert.

Diese Informationen stützen die Arabica-Preise zusätzlich, da Brasilien der weltweit größte Kaffeeproduzent und -exporteur ist. Der Markt reagierte stark auf Anzeichen dafür, dass sich die Ernte nach wochenlangem ungünstigem Wetter weiter verzögern könnte.

Händler beobachten die Wetterentwicklung in Brasilien sowie die potenziellen Auswirkungen des El-Niño-Phänomens weiterhin aufmerksam.

Nach Angaben des Beratungsunternehmens Safras & Mercado wurden in Brasilien bis zum 17. Juni 39 % der geplanten Anbaufläche geerntet. Dies ist weniger als die 43 % zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres und liegt auch leicht unter dem 5-Jahres-Durchschnitt.

Bei Robusta-Kaffee hat die Ernte im Bundesstaat Espírito Santo, Brasiliens größter Robusta-Anbauregion, einen Fortschritt von 59 % erreicht, was etwas höher ist als die 58 %, die zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr verzeichnet wurden.

Die Arabica-Ernte verläuft derweil deutlich langsamer und erreicht nur 29 % des prognostizierten Ertrags. Das ist weniger als die 34 % im gleichen Zeitraum des Vorjahres und liegt unter dem historischen Durchschnitt von 30 %.

Safras & Mercado schätzt die brasilianische Kaffeeproduktion für die Saison 2026-2027 derzeit auf 75,65 Millionen Säcke, wovon 49,95 Millionen Säcke Arabica sein werden.

Ein weiterer Faktor, der die Preise stützt, ist der anhaltende Rückgang der Bestände an ICE-zertifiziertem Kaffee.

Laut Daten von ICE sind die Lagerbestände an zertifiziertem Arabica-Kaffee auf rund 394.000 Säcke gesunken – der niedrigste Stand seit über zwei Jahren. Das Angebot am Terminmarkt ist daher weiterhin recht begrenzt.

Bei Robusta haben sich die ICE-Lagerbestände zwar von einem Zweijahrestief Mitte Mai erholt, befinden sich aber weiterhin auf einem historisch niedrigen Niveau.

Langfristig werden Händler die Entwicklungen von El Niño weiterhin genau beobachten.

Laut der US-amerikanischen Wetter- und Ozeanografiebehörde NOAA ist die Wahrscheinlichkeit für ein sehr starkes El-Niño-Ereignis in diesem Jahr hoch. Die japanische Wetterbehörde bestätigte unterdessen, dass sich El Niño Anfang Juni offiziell gebildet hat.

Laut dem Handelsunternehmen Commercial könnte El Niño die frühen Regenfälle in Brasilien im September/Oktober, einer entscheidenden Phase für die Kaffeeblüte, verlangsamen. Sollte dieses Szenario eintreten, könnten die Ernteaussichten für 2026/27 beeinträchtigt werden.

Umgekehrt stehen die Robusta-Preise unter Druck, da die Schifffahrtsaktivität durch die Straße von Hormuz allmählich wieder aufgenommen wird.

Die Wiedereröffnung dieser strategisch wichtigen Schifffahrtsroute dürfte dazu beitragen, die weltweiten Kosten für Transport, Versicherung, Treibstoff und Düngemittel zu senken. Dies könnte den Kostendruck auf Kaffeeimporteure und -röstereien verringern.

Insgesamt werden die Kaffeepreise derzeit von drei Hauptfaktoren gestützt: ungünstigen Wetterbedingungen in Brasilien, niedrigen Lagerbeständen der US-amerikanischen Kaffeeindustrie (ICE) und Sorgen im Zusammenhang mit El Niño. Die Aussicht auf eine Rekordernte in Brasilien und die Erwartung eines globalen Angebotsüberschusses stellen jedoch mittel- und langfristig weiterhin erhebliche Belastungen für den Aufwärtstrend des Marktes dar.

Quelle: https://baoninhbinh.org.vn/gia-ca-phe-hom-nay-246-arabica-tang-manh-do-mua-keo-dai-tai-brazil-260624044127585.html